Zur Startseite der DB Netz AG

Betriebliche Durchführung

Betriebliche Durchführung mit ETCS

Informationen zur betrieblichen Durchführung von Zugfahrten mit ETCS.

Zugfahrten unter ETCS Level 2 sind anzeigegeführt. Das bedeutet, dass der Triebfahrzeugführer (Tf) die Führungsgrößen (zulässige Geschwindigkeit, Zielgeschwindigkeit und -entfernung) wie bei der LZB (Linienzugbeeinflussung) der Führerraumanzeige entnimmt.

Bei der Vorbereitung der Zugfahrt gibt der Tf die Zugdaten am ETCS-Bordgerät ein. Beginnt die Zugfahrt in einem ETCS-Bereich, meldet sich das ETCS-Bordgerät mit diesen Daten bei der ETCS-Zentrale (Radio Block Center - RBC) an. Beginnt die Zugfahrt nicht in einem ETCS-Bereich, wird sie zunächst unter PZB-Überwachung (punktförmige Zugbeeinflussung) begonnen. Kurz vor einem mit ETCS ausgerüsteten Bereich wird automatisch die Funkverbindung zum RBC hergestellt und die Zugdaten werden automatisch an das zuständige RBC übermittelt.
Sobald alle Voraussetzungen für die Zugfahrt in den ETCS-Bereich erfüllt sind, werden die Führungsgrößen an das Fahrzeug übertragen und die Überwachung der Zugfahrt durch ETCS übernommen.

Der Tf entnimmt die Führungsgrößen der Führerraumanzeige (s.o.). Die Bewegungen der Züge sowie die örtliche Höchstgeschwindigkeit, die Höchstgeschwindigkeit des Zuges und die Fahrtrichtung werden permanent von der Streckenzentrale überwacht.

Neu in diesem Zusammenhang sind Strecken ohne konventionelle Signalisierung. Beginnend mit den Neubaustrecken (NBS) VDE 8.1 Nürnberg - Erfurt und VDE 8.2 Erfurt - Halle / Leipzig wird auf die Aufstellung von Lichtsignalen verzichtet. Die Standorte der virtuellen Hauptsignale werden dann durch ETCS-Halt-Tafeln (Signal Ne 14) gekennzeichnet, welche im Fall einer großräumigen Störung die nutzbaren Blockabschnitte begrenzen. Auf der freien Strecke erfolgt die Blockteilung in der Regel durch Blockkennzeichen. Auf allen anderen Strecken wird ETCS in Ergänzung zu den vorhandenen Zugbeeinflussungssystemen aufgebaut.

Nach dem Ende der Zugfahrt kann der Tf in den Rangiermodus wechseln, um ggf. notwendige Rangierarbeiten durchzuführen. Andernfalls übernimmt ETCS mit der Deaktivierung des Führertischs die Stillstandsüberwachung, so dass sich der Fahrzeugverband nicht unbeabsichtigt bewegen kann.

Rangierfahrten werden auch weiterhin nach den bekannten Regeln der Richtlinie 408 durchgeführt. ETCS überwacht lediglich die Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h.

Die Durchführung des Betriebs unter ETCS Level 1 Limited Supervision entspricht den Szenarien des Betriebs unter PZB.

Die betrieblichen Regelungen zur Durchführung einer ETCS-Fahrt finden sich im betrieblich-technischen Regelwerk in der RiL 408 - Fahrdienstvorschrift. Die Richtlinie wurde deshalb zum vorgesehenen Anwendungstermin 13.12.2015 überarbeitet.

Auf grenzüberschreitenden Strecken können sich auch in Bezug auf die Nutzung des Zugbeeinflussungssystems ETCS Zusatzbestimmungen ergeben. Die betreffenden Regelungen finden sich in den Zusatzbestimmungen für grenzüberschreitende Bahnstrecken.