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Technischer Netzzugang

Grenzlasten

Hier finden Sie alle Informationen zum Thema Grenzlasten und Einzelgrenzlastberechnungen.

Die Grenzlast ist die höchstmögliche Wagenzugbruttomasse (Last), bis zu der die Sicherheit im Betriebsablauf, die Flüssigkeit des Betriebes sowie ein verträglicher Kapazitätsbedarf gewährleistet werden kann. 

Die Ermittlung der Grenzlast erfolgt im konkreten Fall für ein oder mehrere arbeitende Triebfahrzeuge am Zug sowie unter bestimmten Randbedingungen, die vom Fahrweg und von der Sicherungstechnik abhängen. Es werden alle diejenigen Stellen des Laufwegs berücksichtigt, an denen ein Zug aus betrieblichen Gründen im Regelbetrieb zum Halten kommen kann und wieder angefahren werden muss. Dabei wird stets der ungestörte Betrieb vorausgesetzt.

Es werden die folgenden Kriterien unterschieden:

Zughakengrenzlast 

Grafik Zughakengrenzlast

Die Zughakengrenzlast ist abhängig vom Vermögen der verwendeten Kupplung, im Betrieb Zugkräfte sicher zu übertragen. Regelkupplung ist die UIC-Schraubenkupplung, bestehend aus Zughaken, Spindel mit Schwengel, Mutter, Kupplungslaschen, Bügel und Sicherung. Die Kupplungslaschen dienen als Sollbruchstelle und sind also maßgebend für die zulässige Kraftübertragung.

Bei der Grenzlastberechnung werden folgende Werte für die Zugkraftübertragung angesetzt:

  • 450 kN für UIC-Schraubenkupplung
  • 500 kN für verstärkte UIC-Schraubenkupplung (Weißpunktwagen)
  • 850 kN für Automatikkupplungen.

Die Betrachtung anderer Kupplungsarten und anderer Werte für die Zugkraftübertragung ist über eine Einzelgrenzlastberechnung möglich. Die Höhe der übertragbaren Zugkraft ist in diesem Fall durch den Auftraggeber festzulegen.

Mechanische Anfahrgrenzlast 

Anfahrgrenzlast

Als Anfahrgrenzlast wird diejenige Last bezeichnet, welche durch ein oder mehrere Triebfahrzeuge am Zug angefahren werden kann. Dabei ist die Größe abhängig von der Anfahrzugkraft der Triebfahrzeuge, der örtlichen Infrastruktur und den daraus resultierenden Anfahr- und Wagenzugwiderständen. 

Anhängegrenzlast 

Anhängegrenzlast

Als Anhängegrenzlast gilt die Last, welche durch ein oder mehrere Treibfahrzeuge sicher über einen Streckenabschnitt befördert werden kann. Wesentliche Einflussfaktoren sind die verfügbaren, geschwindigkeitsabhängigen Zugkräfte, Strecken-, sowie Triebfahrzeug- und Wagenzugwiderstandskräfte, mögliche triebfahrzeugseitige Restriktionen (wie Bauteilerwärmung, kleinste Dauerfahrgeschwindigkeiten), aber auch die Einhaltung von betrieblich erforderlichen Mindestgeschwindigkeiten.

Es gilt die Beziehung:
Zughakengrenzlast ≥ Anfahrgrenzlast ≥ Anhängegrenzlast

Nachgeschobene Züge
Die bei nachgeschobenen Zügen ermittelte Druckkraft-Grenzlast wird zur Grenzlast addiert. Die Höhe der Druckkraft-Grenzlast ist abhängig von dem Minimum aus örtlich zulässiger und maximal möglicher Druckkraft der Schiebelokomotive(n). Die Ril 408.2441 bzw. das Streckenbuch enthalten die Angaben zur Höhe der örtlich zulässigen Druckkraft.

Die Grenzlastwerte der Tabellen Ril 491 beziehen sich grundsätzlich auf einen gemischt zusammengesetzten Güterzug (leere und beladene Wagen verschiedener Bauarten) mit einer Wagenzuglänge von 700 m. Der Berechnung der Grenzlastwerte liegt als Vorgabe ein Zuglängenfaktor der entsprechenden Zuggattungen (gem. Ril 402) zugrunde.

Reisezüge
Grenzlasten für Reisezüge finden in der Übersicht keine Berücksichtigung. Sie können auf Anfrage berechnet und besonders bekannt gegeben werden.

ABS Hanau-Nantenbach (Strecke 5200)

Mitte 2017 wird die ABS Hanau-Nantenbach in Betrieb genommen. Durch die geänderte Linienführung und neuen Signalstandorte ergeben sich auf der Strecke 5200 zwischen andere Grenzlasten. 

Sollen andere als die den veröffentlichten Grenzlasten zugrunde gelegten Parameter herangezogen oder mit bestimmten Zügen höhere als die veröffentlichten Grenzlasten befördert werden, so kann hierzu eine Einzelgrenzlastberechnung beauftragt werden.

Genügt für den Sonderfall die Aussagefähigkeit der Grenzlasttabellen nicht, so besteht die Möglichkeit, eine Einzelgrenzlastberechnung (EGB) zu beantragen. Dies ist insbesondere dann erforderlich, wenn

  • Triebfahrzeuge eingesetzt werden sollen, welche betrieblich als Nebenfahrzeuge einzuordnen sind
  • die  Beförderung großer Wagenzugmassen erforderlich ist (Wunschlast)
  • die Belastbarkeit der verwendeten Zugeinrichtung von den Standardwerten abweicht
  • Grenzlastrechnungen durchgehend über vorgegebene Laufwege erfolgen sollen
  • die Grenzlastberechnung unter der Bedingung spezieller Bespannungsvarianten erfolgen soll
  • von der Zugbildung „gemischter Güterzug“ signifikant abgewichen wird
  • die Grenzlasten für Wagenzüge mit einer Länge von mehr als 700 m berechnet werden sollen
  • andere Gründe oder eine Kombination der genannten Fälle Einzelgrenzlastberechnungen erfordern. 

Fahrstufenloks mit Kommutator-Motor
Einzelgrenzlasten für Triebfahrzeuge mit Fahrstufen-Antriebstechnik und Kommutator-Motor werden zukünftig ohne Berücksichtigung der Fahrmotorerwärmung ermittelt. Es besteht jedoch weiterhin die Möglichkeit, Einzelgrenzlastberechnungen unter Berücksichtigung der Fahrmotorerwärmung zu bestellen. In diesen Fällen ist dies in der Rubrik "Bemerkungen" auf dem Bestellformular für die Einzelgrenzlastberechnung anzugeben.

GretA ersetzt über 2.000 Einzeldokumente mit rund 7.700 PDF-Seiten des Regelwerks 491 und trägt als ein Projekt der Initiative "Einfachbahn", die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Nutzung des Verkehrssystems Schiene für die Kunden so unkompliziert wie möglich zu machen, dadurch entscheidend zu einer Komplexitäts- und Aufwandsreduzierung bei.

GretA bietet Ihnen neben der Abfrage der Regelgrenzlast auch die Möglichkeit, direkt eine Einzelgrenzlastberechnung aus dem System heraus zu bestellen. Alle für die Berechnung erforderlichen Parameter sowie unterschiedliche Bespannungsvarianten sind hinterlegt. Die Erstellung des Zuglaufwegs erfolgt über eine einfache Streckenauswahl-/Routingfunktion. Eine Triebfahrzeugdatenbank ist ebenfalls hinterlegt, so dass pro ausgewähltem Tfz alle zugehörigen Daten eingesehen werden können.

Die Regelgrenzlasten sind frei zugänglich. Die Beantragung einer Einzelgrenzlastberechnung ist jedoch nur nach vorheriger Anmeldung möglich.

Sie finden das Tool unter www.dbnetze.com/greta.