Deutsche Bahn

Umsetzung von TSI TAF/TAP

Die DB Netz AG plant die vollständige Umsetzung der technischen Spezifikationen für die Interoperabilität der Teilsysteme Telematikanwendung für den Güter-und Personenverkehr (TSI TAF/TAP) bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2023.

Die Europäische Union definiert mit den technischen Spezifikationen für die Interoperabilität (TSI) europaweit die Anforderungen für die Entwicklung von interoperablen Telematikanwendungen im Güter- und Personenverkehr (TAF und TAP) für alle Bahnakteure (Eisenbahninfrastrukturunternehmen, Eisenbahnverkehrsunternehmen, Spediteure, Wagenhalter etc.). Die entsprechenden Verordnungen der EU, 1305/2014 (TAF TSI) und 454/2011 (TAP TSI), beinhalten u.a. die Vorgaben und Anforderungen an die Standardisierung für Anmeldungen von und Angebote für Trassen sowie den Austausch betrieblicher Meldungen zu Zügen. Daraus resultiert in Zukunft eine einfachere und effizientere Planung und Disposition von Verkehren entlang der gesamten Logistikkette auf der Schiene, insbesondere über Infrastruktur- und Ländergrenzen hinweg, sowie eine standardisierte und digitalisierte Kommunikation zwischen allen Beteiligten.

Die DB Netz AG arbeitet – parallel zur Ablösung der derzeitigen Verfahren zur Trassenanmeldung, Fahrplanerstellung und Betriebsführung - intensiv an der Umsetzung der genannten Verordnungen. Bereits zum jetzigen Zeitpunkt besteht für Eisenbahnverkehrsunternehmen die Möglichkeit, ausgewählte betriebliche Meldungen pilothaft im TAF/TAP-Format zu erhalten. Ferner können Eisenbahnverkehrsunternehmen dedizierte Zugbildungsdaten bereits heute TAF/TAP-konform an die DB Netz AG übersenden. Die Planungen der DB Netz AG sehen vor, die vollständige Umsetzung der TSI TAF/TAP in den Fahrplansystemen bis zum Beginn der Vorplanungen für den Netzfahrplan 2024 - also bis September 2022 – zu erreichen. Die vollständige Umsetzung im Betrieb folgt entsprechend zum Dezember 2023 (Fahrplanwechsel). In Vorbereitung und mit Blick auf eine möglichst reibungsfreie Einführung sind u.a. intensive Abstimmungsphasen mit den Zugangsberechtigten bzw. EVU vorgesehen (etwa für die neue Schnittstelle zur Fahrplan-IT, vsl. im Zeitraum Anfang – Mitte 2019).

Ziel ist es, EU-weit die Implementierung der TSI TAF und TAP möglichst harmonisiert und standardisiert zu gestalten sowie fachliche und inhaltliche Interpretationsspielräume zu vermeiden. Innerhalb der europäischen Verordnungen existieren derzeit Teilbereiche, bei denen verbindliche Vorgaben noch ausstehen bzw. aktuell – bspw. anhand von Pilotprojekten – in Erarbeitung sind. Die Festlegung der derzeit noch offenen Vorgaben kann den von uns angestrebten Zeitplan beeinflussen. Wir werden Sie zeitnah informieren, sobald hierzu neue Erkenntnisse vorliegen.