Deutsche Bahn

Netzleitzentrale

Die Netzleitzentrale mit Sitz in Frankfurt am Main koordiniert den gesamten Zugverkehr auf dem Schienennetz der Deutschen Bahn.

Die rund 50 Mitarbeiter der Netzleitzentrale (kurz NLZ) koordinieren den gesamten Zugverkehr auf dem Schienennetz der Deutschen Bahn und stehen in ständigem Kontakt zu den Infrastrukturbetreibern der Nachbarländer. Als Teil der DB Netz AG liefert die NLZ tagesaktuelle Kennzahlen und analysiert Pünktlichkeitsrisiken mit dem Ziel, Verbesserungspotenziale aufzuzeigen. Sie definiert Prozesse und Standards in der Disposition des Eisenbahnbetriebs. Durch ein nachhaltiges Qualitätsmanagement wird ein hoher Standard in der Zugdisposition sichergestellt.

In der NLZ befindet sich das Lagezentrum der DB Netz AG. Im Großstörungsfall wird hier der zentrale Arbeitsstab einberufen.

Die Arbeitsgebiete Netzkoordination und Freight Operations sind für die überregionale Betriebsführung verantwortlich. Sie koordinieren die Netzdisposition im 24-Stunden-Betrieb des Personen- und Güterverkehrs. Sie übernehmen die Federführung für das überregionale Störungsmanagement. Darüber hinaus koordinieren sie die Einsätze der Notfallkrane und Rettungszüge. Dabei stimmen sie sich mit den Leitstellen der Eisenbahnverkehrsunternehmen, den Infrastrukturbetreibern der Nachbarländer sowie den Betriebszentralen ab. Die Teams koordinieren und verantworten die nationalen und internationalen Aktivitäten der Betriebsführung der DB Netz AG. Dafür sind sie in zahlreichen Gremien vertreten.

Die NLZ ist aufgeteilt in vier Arbeitsgebiete: Großstörungsmanagement, NetzkoordinationFreight Operations sowie Backoffice Netzleitzentrale.

Das Großstörungsmanagement ist der übergreifende Ansprechpartner für alle Themen des Großstörungsmanagements bei der DB Netz AG. Eine Kernaufgabe des Teams ist die Erstellung und Verwaltung von Regelungen zur Zusammenarbeit in Großstörungsfällen. Betrachtet werden dabei interne Kommunikationswege zwischen den verschiedenen Fachbereichen und Regionen innerhalb der DB Netz AG genauso wie die Abstimmungsprozesse mit den Konzernbereichen oder externen Mitwirkenden, wie z.B. Eisenbahnverkehrsunternehmen. Auch die Vermittlung notwendiger Kenntnisse über Schulungen und Übungen liegt federführend hier. Das Team wirkt bei der Umsetzung von Anforderungen aus dem internationalen Störungsmanagement der EU mit und untersetzt es beispielsweise mit nationalen Prozessen. Für den Einsatzfall ist das Team Großstörungsmanagement darüber hinaus für die Instandhaltung und dauerhafte Einsatzbereitschaft des Lagezentrums des Zentralen Arbeitsstabs der DB Netz AG in Frankfurt zuständig.

Das Team ist Teil des Verbundprozesses „Großstörungen managen“, einem Prozess, in dem bereichsübergreifend Standardprozesse und Rollen aller beteiligten Geschäftsfeldern und Organisationseinheiten der DB für den Großstörungsfall festgelegt sind.

Die Netzkoordination koordiniert täglich bis zu 1.500 Fernreisezüge und über 1.000 überregionale/internationale Güterzüge. Ein Großteil davon wird durch ein aktives Monitoring in bereichsübergreifend agierenden PlanStart-Teams begleitet. Gleichzeitig steuert das Team das bundesweite Qualitätsmanagement der Zugdisposition. Es informiert das Management über bedeutende Ereignisse im Betriebsgeschehen – aktuell und zeitnah.


Das Arbeitsgebiet Freight Operations ist operativer Ansprechpartner für die 150 Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) im Schienengüterverkehr. Dabei stehen kundenorientierte Lösungen zur Sicherstellung einer optimalen Betriebsabwicklung im Mittelpunkt.

Weiterhin forcieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Vernetzung auf europäischer Betriebsführungsebene. Die DB Netz AG nimmt – aufgrund ihrer zentralen europäischen Lage – eine Schlüsselrolle im internationalen Güterverkehr ein. Sechs der elf europäischen Schienengüterverkehrskorridore verlaufen durch Deutschland. Das Arbeitsgebiet arbeitet hierfür eng mit der Arbeitsgruppe der RailNetEurope (RNE) zusammen, einer Vereinigung, die für die Vereinfachung des internationalen Eisenbahnverkehrs steht.

Die NLZ-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Backoffice Netzleitzentrale analysieren fortlaufend die nationalen und internationalen Betriebsprozesse sowie die Betriebsleistung. Hierzu werden die Daten aus dem operativen Eisenbahnbetrieb ausgewertet. Diese Auswertungen bilden die Datengrundlage der Qualitäts- und Leistungsstatistiken für mehr als 400 interne und externe Kunden. Die Analysen und Berichte identifizieren Schwachstellen im System Schiene und bilden die Grundlage für die betriebliche Unternehmenssteuerung. Das Team generiert für die Kunden und das Management der DB AG etwa 200 standardisierte Berichte pro Monat und rund 10.000 Statistiken zum Betriebsgeschehen.