Deutsche Bahn
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Anreize und Maluszahlungen

Anreize und Maluszahlungen sollen eine effektive Nutzung des Schienennetzes sicherstellen.

Kompensation von Trassenmehrkosten wegen baubedingter Umleitung im SGV im Netzfahrplan

Wurde aufgrund einer veröffentlichten und im Netzfahrplan berücksichtigten Baumaßnahme

  • mindestens ein angemeldeter Laufwegpunkt (Betriebsstelle) im Einzelinfrastrukturnutzungsvertrag nicht umgesetzt
  • oder eine Anmeldung durch den Zugangsberechtigten über einen Umleitungsweg zwischen Zugangsberechtigtem und DB Netz AG im Vorfeld der Netzfahrplanerstellung vereinbart
  • oder eine Trasse vom Zugangsberechtigten aufgrund einer Totalsperrung in Folge einer solchen Baumaßnahme über einen Umleitungsweg angemeldet,

wird das entsprechende Trassenentgelt im Schienengüterverkehr so berechnet als sei die Trasse dem Subsegment räumliche Flexibilität ("R-Flex") zugeordnet (vgl "R-Flex" unter Marktsegment SGV). Die Bestellung der Trasse muss zum Netzfahrplan erfolgt sein.

Anreizsystem zur Minimierung von Störungen und Erhöhung der Leistungsfähigkeit des Schienennetzes

Informationen zum Anreizsystem SPV und SGV finden Sie hier.

Entgeltminderung bei nicht vertragsgemäßem Zustand // Minderung auf Verlangen

Bei nicht vertragsgemäßem Zustand des Schienenweges, der zugehörigen Steuerungs- und Sicherungssysteme sowie der zugehörigen Anlagen zur streckenbezogenen Versorgung mit Fahrstrom mindert die DB Netz AG unaufgefordert das Trassenentgelt. Weitere Mängel können vom Zugangsberechtigten in einer konkreten schriftlichen Mängelanzeige angezeigt werden und zu einer Minderung des Trassenentgelts auf Verlangen führen. Detaillierte Informationen zur Entgeltminderung finden Sie in den SNB unter Ziffer 6.4.3.

Entgeltregelung bei Umleitung aufgrund von Baumaßnahmen nach Zustandekommen des Einzelnutzungsvertrags (ENV)

Ergibt sich für eine vertraglich vereinbarte Zugtrasse aufgrund von Baumaßnahmen ein vom ENV abweichender Laufweg (Umleitung), so wird nur das Trassenentgelt für den Laufweg in Rechnung gestellt, der dem ENV zugrunde liegt. Ergibt sich aufgrund der Umleitung ein geringeres Trassenentgelt, dann gilt dieses. 
Für Zugtrassen, die aufgrund nicht im ENV enthaltener Baumaßnahmen zusätzlich notwendig werden, ist kein Trassenentgelt zu entrichten. Das Formular zur Trassenanmeldung der baubedingten zusätzlichen Leistungen sowie einen Leitfaden zum Ausfüllen finden Sie unter www.dbnetze.com/formulare.

Änderungen

Eine Änderung nach Vertragsschluss durch den Zugangsberechtigten ist nur bis zur geplanten Abfahrtszeit möglich. Für jede Änderung wird ein Änderungsentgelt in Abhängigkeit vom Fahrplankonstruktionsaufwand erhoben.

Änderungsentgelt je Verkehrstag = Fahrplankosten * betroffene Trkm

Die Fahrplankosten werden in Anlage 6.2 der SNB (jeweilige Liste der Entgelte) je Marktsegment ausgewiesen. Das Änderungsentgelt beträgt maximal 498 Euro im SPFV, 521 Euro im SPNV und 499 Euro im SGV (TPS 2020).

Folgende Tatbestände stellen Änderungen dar, für die ein Änderungsentgelt erhoben wird:

  • Änderung der Geschwindigkeit ohne Änderung des Verkehrstages
  • Änderung zeitliche Lage ohne Änderung des Verkehrstages
  • Laufwegsänderung bei gleichem Start- und Zielpunkt

Änderungen der Verkehrsarten sind ausgeschlossen. Zudem ausgeschlossen ist die Änderung der gesamten Zugtrasse von Last- auf Leerfahrten, d.h. zulässig ist die Änderung von Last- auf Leerfahrten nur für Teile einer Zugtrasse.
Soweit ein Marktsegmentwechsel durch den Zugangsberechtigten unter Beibehaltung der Trasse möglich ist, d.h. keine der vorgenannten Änderungstatbeständen vorliegt, erhebt die DB Netz AG für diese Marktsegmentänderung kein gesondertes Änderungsentgelt. 

Stornierungsregelungen

Mit den Stornierungsregelungen soll ein Anreiz für eine frühzeitige Stornierung von zugewiesener Kapazität und somit ein Anreiz für eine effiziente Nutzung der Schienenwegkapazität erzielt werden.

Eine Stornierung nach Vertragsschluss durch den Zugangsberechtigten ist nur bis zur geplanten Abfahrtszeit möglich. Die Erhebung von Stornierungsentgelten ist abhängig vom Stornierungssachverhalt und vom Zeitpunkt der Stornierung.

Folgende Tatbestände stellen Stornierungen dar, für die ein Mindeststornierungsentgelt bzw. ein erhöhtes Stornierungsentgelt erhoben wird:

  • Änderung Start - und/oder Zielpunkt,
  • Laufwegeinkürzungen,
  • Änderung der Geschwindigkeit, wenn durch die Änderung auch der Verkehrstag geändert wird,
  • Änderung der zeitlichen Lage, wenn durch die Änderung auch der Verkehrstag geändert wird,
  • Abbestellung einer Zugtrasse oder eines Teils einer Zugtrasse an einem oder an mehreren Verkehrstagen, und/oder
  • Änderung des Verkehrstags

Mindeststornierungsentgelt

Für Stornierungen bis zum 31. Tag vor Abfahrt des Zuges wird grundsätzlich ein Mindeststornierungsentgelt für den stornierten Verkehrstag in Abhängigkeit vom Fahrplankonstruktionsaufwand erhoben.

Das Mindeststornierungsentgelt entspricht dem Anteil der Kosten, die unmittelbar aufgrund des Zugbetriebs für die Bearbeitung von Anträgen auf Zuweisung von Zugtrassen anfallen.

Mindeststornierungsentgelt je Verkehrstag = Fahrplankosten * betroffene Trkm

Die Fahrplankosten werden in Anlage 6.2 der SNB (jeweilige Liste der Entgelte) je Marktsegment ausgewiesen. Das Änderungsentgelt beträgt maximal 498 Euro im SPFV, 521 Euro im SPNV und 499 Euro im SGV (TPS 2020).

Erhöhtes Stornierungsentgelt

Für Stornierungen innerhalb von 30 Tagen vor Abfahrt des Zuges wird ein erhöhtes Stornierungsentgelt für jeden stornierten Verkehrstag abgeleitet vom Entgelt der stornierten Trasse und dem Zeitpunkt der Stornierung erhoben.

Der aufgrund der Stornierung ersparte Anteil der unmittelbaren Kosten des Zugbetriebs wird bei der Ermittlung des erhöhten Stornierungsentgelts abgezogen. Daraus ergibt sich die Berechnungsbasis für das Stornierungsentgelt.  Auf diese Berechnungsbasis werden folgende gestaffelte Prozentsätze angewendet:


Die resultierenden Stornierungsentgelte je Trkm werden in der Liste der Entgelte (Anlage 6.2 der SNB) ausgewiesen. Das erhöhte Stornierungsentgelt je Verkehrstag und je Marktsegment berechnet sich wie folgt:

Erhöhtes Stornierungsentgelt je Verkehrstag = Trkm * maßgeblicher Stornierungsentgeltsatz


Detaillierte Informationen zu den Anreizen und Maluszahlungen finden Sie in Kapitel 6 der SNB.