Deutsche Bahn
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Migrationsstrategie zur ETCS-Streckenausrüstung

Im Folgenden stellen wir Ihnen die ETCS-Ausrüstungsstrategie der Europäischen Union vor.

Ausgangssituation

Die Migration zum European Train Control System (ETCS) ist europaweit im Gang. Ziel ist die Vielfalt der in Europa eingesetzten Zugbeeinflussungssysteme abzulösen und einen einheitlichen, interoperablen europäischen Standard einzuführen. Diese Harmonisierung der europäischen Zugbeeinflussungssysteme steigert die Zuverlässigkeit im grenzüberschreitenden Bahnbetrieb und ermöglicht einen durchgehenden europäischen Zugverkehr.

European Deployment Plan (EDP)

Im Januar 2017 wurde nach zweijähriger Vorbereitung ein neuer EDP einstimmig verabschiedet und von der EU-Kommission veröffentlicht. Deutschland hat sich gegenüber seinen Nachbarstaaten und der EU-Kommission zur Einführung von ETCS bekannt und ist mit Unterzeichnung des EDP eine Ausrüstungsverpflichtung eingegangen. Gemäß dieser wird zukünftig die Implementierung von ETCS auf den Schienenwegen der DB Netz AG durchgeführt. Der EDP beschreibt die ETCS-Ausrüstung der TEN-Kernnetzkorridore bis 2023 und ersetzt die frühere Verpflichtung zur Ausrüstung.

Zeitgleich zur Revision der TEN-T Richtlinie im Jahr 2023 wird durch die EU-Kommission eine Überprüfung der erreichten ETCS-Ausrüstungsumfänge erfolgen. Im Anschluss werden weitere Ausrüstungsabschnitte bis 2030 im EDP definiert.

Folgende Grundsätze hat Deutschland mit der EU im EDP vereinbart:

  • Ausrüstung beginnend mit verkehrlich relevanten Grenzübergängen – zu diesen haben Bund und DB Netz im Dezember 2017 eine Finanzierungsvereinbarung geschlossen (APV 2017, 236 km ETCS-Ausrüstung an insgesamt sieben Grenzübergängen)
  • Fortsetzung der ETCS-Ausrüstung in Richtung Landesinnere auf den entsprechenden TEN-Kernnetzkorridoren– ebenfalls vereinbart in o.g. APV (596 km ETCS-Planung im Anschluss an fünf Grenzübergänge, zunächst kein Bau)
  • Ermöglichen von Verbindungen zwischen und Schließen von Ausrüstungslücken auf TEN-Kernnetzkorridoren – (APV 2017, Ausrüstung eines Lückenschlusses (14 km) und Planung zweier weiterer (344 km)).

Jenseits der Inbetriebnahme von ETCS bleiben die bestehenden Klasse B-Systeme erhalten:

  • Für PZB (Punktförmige Zugbeeinflussung) ist keine Außerbetriebnahme geplant.
  • LZB (Linienzugbeeinflussung) bleibt wie vorgesehen bis 2030 im Einsatz. 

National Implementation Plan (NIP)

Der National Implementation Plan (NIP) ist der konkretisierte nationale Umsetzungsplan des EDPs und wird derzeit im Auftrag des BMVI unter Begleitung des EBA durch eine externe Unternehmensberatung erarbeitet. Das Ergebnis soll im ersten Quartal 2018 vorliegen.