Deutsche Bahn
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Transitionen und Grenzübergänge

Wechselt das streckenseitig installierte Zugbeeinflussungssystem, müssen auch die fahrzeugseitigen Systeme umgeschaltet werden. In der Vergangenheit waren diese Transitionen aufwändig und ortsbezogen üblicherweise auch unterschiedlich. Häufig konnte nur im Stillstand umgeschaltet werden.

Mit ETCS on Board macht es künftig keinen Unterschied, ob von einem nationalen Class-B-Zugbeeinflussungssystem auf ein anderes umgeschaltet wird (z. B. von LZB/PZB zu ATB) oder von ETCS-Level-2 auf ETCS-Level-STM(LZB/PZB) oder von einem ETCS-Level in einen anderen. Umschaltungen laufen vollautomatisch von ETCS gesteuert während der Fahrt ab. Voraussetzung ist, dass für die umzuschaltenden nationalen Systeme die jeweils entsprechenden STM auf dem Fahrzeug verfügbar sind. ETCS selbst kennt die Class-B-Systeme nicht und kann so auch nicht deren Zustände beeinflussen und kontrollieren.

Die Level-Transition wird durch Eurobalisen ausgelöst. Das gilt auch dann, wenn direkt zwischen zwei STMs umgeschaltet wird. Für die Transition sind zwei Balisengruppen (mit je mindestens zwei Balisen wegen der Richtungserkennung) im Gleis angeordnet: Eine sogenannte 'Ankündigungsbalise' bzw. 'Ankündigungsgruppe' und eine 'Ausführungsbalise' am Ort der tatsächlichen Umschaltung. Sind STMs an der Transition beteiligt, wird das neue STM nach der Ankündigungsbalise bereits in Bereitschaft (Zustand Hot Standby) versetzt, an der eigentlichen Transitionsstelle übernimmt es dann die Überwachung (Zustand Data Available) und das alte System gibt die Überwachung ab (falls STM: Zustand Cold Standby). Fehlt eine der Balisengruppen, erfolgt die Umschaltung dennoch, da alle relevanten Informationen in beiden Balisengruppen vorhanden sind.

Von ETCS gesteuerte Transitionen finden grundsätzlich während der Fahrt statt, wobei die Geschwindigkeit nur durch die beiden Zugsicherungssysteme vorher/nachher und die Strecken-Höchstgeschwindigkeit begrenzt ist. Während des Umschaltvorgangs überwacht ETCS das korrekte Umschalten der ggf. beteiligten STMs (Zeitüberwachung) und die Strecken-Höchstgeschwindigkeit.

Die Digitalisierung des Bahnbetriebs bringt mehr Effizienz in allen Bereichen. Vor allem der Güterverkehr profitiert von höheren Kapazitäten auf den Strecken. ETCS ist die Basis für internationale Interoperabilität. Grenzaufenthalte und Lokwechsel können entfallen. Güter erreichen schneller ihr Ziel. Mehr Verkehr auf der Schiene wird Realität.

In der Grafik finden Sie Informationen an welchen Grenzübergängen dies bereits der Fall ist bzw. geplant wird.

ETCS - Tabelle Klasse B Transition

Ausbau ETCS auf den Grenzbetriebsstrecken Deutschland-Belgien

Gemäß den Vorgaben der EU wird die Infrastruktur des grenzüberschreitenden Eisenbahnverkehrs mit ETCS ausgerüstet. Hier stellen wir Ihnen die Maßnahmen zur Herstellung der technischen Interoperabilität an der deutsch-belgischen Grenze vor.

Maßnahmenbeschreibung

Die Grenzübergansausrüstung im Stellbereich des Relaisstellwerks Aachen West, wird in ETCS LSLS realisiert. Dieser Bereich verläuft von der deutsch-belgischen Grenze über die Strecke 2552 bis zum Bahnhof Aachen West. Sobald die Relaistechnik durch ein elektronisches Stellwerk ersetzt sein wird, ist in diesem Bereich eine ETCS L2 Ausrüstung möglich.

ETCS L1LS ist die in Deutschland eingesetzte Variante von ETCS Level 1. Über das Funktionsprinzip der verschiedenen ETCS Level können Sie sich hier informieren.

Zusätzlich wird im Projekt der Streckenabschnitt der Strecke 2600 von der belgischen Grenze aus Richtung Hergenrath (Gemeinde Kelmis) bis einschließlich Aachen Hbf mit ETCS Level 2 ausgerüstet. ETCS L2 ist hier aufgrund des vorhandenen ESTW-A Aachen Hbf möglich.

Somit ist eine Transition von ETCS L1LS nach ETC L2 zwischen dem Bf Aachen West und Aachen Hbf angesagt, die ebenfalls Bestandteil des Projekts ist. An den weiteren innerdeutschen ETCS-Ausrüstungsgrenzen wird ein automatischer Übergang von bzw. zu den jeweils streckenseitig vorhanden Zugbeeinflussungssystemen möglich sein.

Die Realisierung der ETCS-Ausrüstung im Bereich der Grenzübergänge Aachen erfolgt bis zum Jahr 2024 im Rahmen des Großprojekts ETCS Korridor Rhine-Alpine. Unterschiedliche betrieblich und technische Anwendungsfälle waren und sind bei der Projektrealisierung zu berücksichtigen. Die hohe verkehrliche Auslastung der einzelnen Strecken im Bereich der Grenzübergänge ist bei den Umbaumaßnahmen und Inbetriebnahmen eine besondere Herausforderung.

Die DB Netz AG unternimmt alles Machbare, um die Belastung ihrer Kunden gering zu halten und um einen ungestörten Betriebsablauf zu gewährleisten.