Deutsche Bahn

Meldung der aktuellen Zugbildung

Versand der aktuellen Zugzusammensetzung an die DB Netz AG (ab Netzfahrplanperiode 2022 verpflichtend, weiter Informationen siehe unten)

Seit Juni 2015 bietet die DB Netz AG den Zugangsberechtigten die Möglichkeit an, die Zugbildungsmeldung (TAF TrainComposition message / TAP PassengerTrainCompositionProcess message) freiwillig an die DB Netz AG zu senden. Ziel ist die Schaffung einer verbesserten Dispositionsgrundlage mit den entsprechenden Vorteilen auch für die EVU, sowie eine vereinfachte Kommunikation zwischen EVU und EIU. Der Versand der Meldungen erfolgt bis zum Netzfahrplan 2024 (Dezember 2023) ohne TAF/P-Identifier.
Bei den von der DB Netz AG abgefragten Meldungsinhalten handelt es sich neben der Angabe der Zugart („Train Type“) ausschließlich um dispositionsrelevante Informationen (sowohl für den einzelnen Wagen als auch für den gesamten Zug). Die Meldung soll gemäß TAF/TAP TSI 

  • vor Fahrtantritt (sobald die endgültigen Zuginhaltsdaten vorliegen) bzw. 
  • bei Änderungen der Zugkonfiguration auf dem Laufweg des Zuges vor der Weiterfahrt mit der geänderten Zusammensetzung gesendet werden.

Die technischen Voraussetzungen und Rahmenbedingung sind der beigefügten technischen Beschreibung zu entnehmen
Interessierte Zugangsberechtigte wenden sich bitte an Ihren regionalen Kundenbetreuer.



Einführung der verpflichtenden Abgabe von Zugbildungsmeldungen durch Zugangsberechtigte

Die DB Netz AG plant, Zugangsberechtigte zur elektronischen Abgabe einer TAF/TAP TSI-konformen Meldung hinsichtlich der tatsächlich vorhandenen Charakteristika (insbesondere der fahrdynamischen Eigenschaften) eines Zuges ab Netzfahrplanperiode 2022 durch entsprechende Aufnahme in den SNB zu verpflichten.

Dies erfolgt im Zuge der Umsetzung der TAF/TAP TSI, welche seitens der DB Netz AG gesamthaft für den Netzfahrplan 2024 vorgesehen ist. Demnach sind Zugangsberechtigte oder die einbezogenen Unternehmen zur elektronischen Abgabe einer TAF/TAP TSI-konformen Meldung (TAF TrainComposition message, TAP PassengerTrainCompositionProcess message) hinsichtlich der tatsächlich vorhandenen Charakteristika (insbesondere der fahrdynamischen Eigenschaften) eines Zuges

  • vor Fahrtantritt (sobald die endgültigen Zuginhaltsdaten vorliegen) bzw.
  • bei Änderungen der Zugkonfiguration auf dem Laufweg des Zuges vor der Weiterfahrt mit der geänderten Zusammensetzung

ab Netzfahrplanperiode 2022 verpflichtet.

Konkret wird sich diese Verpflichtung an die Vertragspartner der DB Netz AG richten, diese können jedoch andere Zugangsberechtigte (einbezogene EVU) mit der Meldungsabgabe beauftragen. Hierbei ist zu beachten, dass durch die Übermittlung der Zuginhaltsdaten kein Verantwortungsübergang (EVU zu EIU) im Sinne der sicherheitlichen Verantwortung erfolgt. Dies bedeutet insbesondere, dass der Versand der Zuginhaltsdaten den Zugangsberechtigten nicht von der Pflicht entbindet, die DB Netz AG über die vereinbarten anderen Meldewege über eine Veränderung der Zugbildung (z.B. schwerer, länger) in Kenntnis zu setzen (z.B. gem. Richtlinie 420.0240 zu stellende Anträge auf Abweichung von der geplanten Zugcharakteristik).

Mit der beabsichtigten verbindlichen Regelung möchte die DB Netz AG ihre betriebsführenden Stellen ab Netzfahrplan 2022 in die Lage versetzen, zeitnah auf die für eine Disposition wesentlichen, aktuellen Informationen zu den Zügen aller Zugangsberechtigten zurückgreifen zu können. Hierzu bedarf es nicht aller Detailangaben, die zur Zugbildungsmeldung gemäß den europäischen Umsetzungsrichtlinien (TAF/TAP TSI Sektor-Handbuch) vorgesehen sind. Auf Basis der tatsächlichen Triebfahrzeug- und Wagenzugdaten wird die DB Netz AG in die Lage versetzt, besser als bisher die Züge in der täglichen Betriebsdurchführung zu disponieren. So kann die vorhandene Infrastruktur von der DB Netz AG besser als derzeit für die Disposition genutzt werden, weil den betriebsführenden Stellen verlässliche Daten über die tatsächlichen Zugcharakteristika zur Verfügung stehen. Damit sind auch verlässlichere Prognosen für die Zugangsberechtigten und Disponenten hinsichtlich des vsl. zu erwartenden Fahrtverlaufs möglich. Der Kommunikationsaufwand zwischen den Triebfahrzeugführern und den Disponenten sinkt (da alle relevanten Informationen für die Disposition tagesaktuell vorliegen), gleichzeitig sind dadurch auch schnellere Dispositionsentscheidungen möglich.

Die geplante Vorgehensweise ermöglicht künftig auch einen besseren Gesamtüberblick im Störfall über tatsächliche Zugcharakteristika.

Neben der Erhöhung der Dispositionsqualität kann sich für die Zugangsberechtigten jedoch noch weiterer Nutzen aus dieser Vorgabe ergeben. So wird der Datenaustausch zwischen den am Transport Beteiligten im Rahmen der EVU-EVU-Kommunikation professionalisiert (dies gilt insbesondere an Grenzübergängen, für die Beauftragung von Sub-Unternehmen und für die Kommunikation mit Terminals), da auf eine europaweit vereinheitlichte Meldungssyntax zurückgegriffen wird.

Die DB Netz AG bittet die Zugangsberechtigten, die o.g. Zugbildungsmeldungen in der TAF/TAP TSI-konformen Struktur so früh wie möglich auf freiwilliger Basis abzugeben. Dies hat den Vorteil, dass bereits im Vorfeld die Abgabe dieser Meldung getestet werden kann.

Die Aufstellung der einzelnen Datenelemente, welche künftig an die DB Netz AG zu melden sind, entspricht voraussichtlich der für die heutige freiwillige Meldungsabgabe.

Die Umsetzung von TAF/TAP TSI im Allgemeinen sowie die Abgabe der Zugbildungsmeldung im Besonderen zwingt sowohl die Zugangsberechtigten als auch die Eisenbahninfrastrukturunternehmen sowie übrige Beteiligte zur Einhaltung von festgelegten Kommunikationswegen. Damit die vorgesehenen Meldungen auf elektronischem Wege ausgetauscht werden können, müssen die Akteure die in der TAF/TAP TSI und im Sektor-Handbuch festgeschriebenen Spezifikationen einhalten. Die Zugangsberechtigten sind dabei nicht an ein vorgegebenes System gebunden. So besteht die Möglichkeit, die bei der RNE erhältliche Software „Common Interface (CI)“ zu verwenden, welche eigens zu dem Zweck entwickelt wurde, Daten aus den bestehenden IT-Systemen in TAF/TAP-konforme Meldungen zu übersetzen. Allerdings sind auch andere Lösungen möglich, sofern diese den Spezifikationen entsprechen. Die Spezifikation ist im Internetauftritt der European Union Agency for Railways unter „Technical Documents“ veröffentlicht.

Die TAF TSI verpflichtet die EVU, eine Zugbildungsmeldung an die an der Fahrt beteiligten EVU zu senden. Gleiches gilt, wenn ein EVU während der Fahrt Änderungen vornimmt. Soweit in den Schienennetz-Benutzungsbedingungen geregelt, muss das EVU die Zugbildungsmeldung auch an den Infrastrukturbetreiber senden (siehe Ziffer 4.2.3.2 TAF TSI). Die TAP TSI kennt eine analoge Verpflichtung nicht, jedoch wird die Nutzung in den europäischen Umsetzungsrichtlinien (Sector Handbook) explizit empfohlen.

Ferner werden die Meldungen bereits in anderen EU-Mitgliedsländern (Tschechien und Frankreich) von den Eisenbahninfrastrukturunternehmen verlangt. Da diese Meldung an den Infrastrukturbetreiber gegenüber den zwischen den EVU auszutauschenden Meldungen keine zusätzlichen Anforderungen enthält, entsteht durch diese Maßnahme somit kein zusätzlicher Aufwand bei den EVU.