Deutsche Bahn

Grenzlasten

Hier finden Sie alle Informationen zum Thema Grenzlasten und Einzelgrenzlastberechnungen.

Die Grenzlast ist die höchstmögliche Wagenzugbruttomasse (Last), bis zu der die Sicherheit im Betriebsablauf, die Flüssigkeit des Betriebes sowie ein verträglicher Kapazitätsbedarf gewährleistet werden kann. 

Die Ermittlung der Grenzlast erfolgt im konkreten Fall für ein oder mehrere arbeitende Triebfahrzeuge am Zug sowie unter bestimmten Randbedingungen, die vom Fahrweg und von der Sicherungstechnik abhängen. Es werden alle diejenigen Stellen des Laufwegs berücksichtigt, an denen ein Zug aus betrieblichen Gründen im Regelbetrieb zum Halten kommen kann und wieder angefahren werden muss. Dabei wird stets der ungestörte Betrieb vorausgesetzt.

Es werden die folgenden Kriterien unterschieden:

Zughakengrenzlast (Kupplungsgrenzlast)

Die Zughakengrenzlast oder Kupplungsgrenzlast ist abhängig vom Vermögen der verwendeten Kupplung, im Betrieb Zugkräfte sicher zu übertragen. 

Die Festlegung der Höhe der übertragbaren Zugkraft obliegt dem Zugangsberechtigten.

Mechanische Anfahrgrenzlast

 

Als Anfahrgrenzlast wird diejenige Last bezeichnet, welche durch ein oder mehrere Triebfahrzeuge am Zug angefahren werden kann. Dabei ist die Größe abhängig von der Anfahrzugkraft der Triebfahrzeuge, der örtlichen Infrastruktur und den daraus resultierenden Anfahr- und Wagenzugwiderständen. 

Anhängegrenzlast 

Als Anhängegrenzlast gilt die Last, welche durch ein oder mehrere Treibfahrzeuge sicher über einen Streckenabschnitt befördert werden kann. Wesentliche Einflussfaktoren sind die verfügbaren, geschwindigkeitsabhängigen Zugkräfte, Strecken-, sowie Triebfahrzeug- und Wagenzugwiderstandskräfte, mögliche triebfahrzeugseitige Restriktionen (wie Bauteilerwärmung, kleinste Dauerfahrgeschwindigkeiten), aber auch die Einhaltung von betrieblich erforderlichen Mindestgeschwindigkeiten.

Es gilt die Beziehung:

Grenzlast = Minimum aus Zughaken-, Mechanischer Anfahr- und Anhängegrenzlast

Nachgeschobene Züge
Die bei nachgeschobenen Zügen ermittelte Druckkraft-Grenzlast wird zur Grenzlast addiert. Die Höhe der Druckkraft-Grenzlast ist abhängig von dem Minimum aus örtlich zulässiger und maximal möglicher Druckkraft der Schiebelokomotive(n). Die Ril 408.2441 bzw. das Streckenbuch enthalten die Angaben zur Höhe der örtlich zulässigen Druckkraft.

Der spezifische Anfahrwiderstand ist eine streckenwiderstandsabhängige Größe, die zur Berechnung der mechanischen Anfahrgrenzlast verwendet wird. Für Triebfahrzeughersteller besteht die Möglichkeit, eine solche Kennlinie zur Grenzlastermittlung einer Triebfahrzeugbaureihe bzw. Baureihenvariante zu definieren. Erfolgt keine baureihenspezifische Kennliniendefinition durch den Hersteller, so wird eine traktionsartspezifische Standardkennlinie verwendet. Die Zuweisung einer Kennlinie des spezifischen Anfahrwiderstandes zu einem Triebfahrzeugdatenmodell ist nur für Fahrzeuge erforderlich, die im Güterverkehr eingesetzt werden.

Die DB Netz AG stellt Fahrzeugerstellern auf Anfrage folgende Dokumente per Mail zur Verfügung:

  1. Ein pdf-Dokument, welches ausführliche Informationen zum Grenzlastberechnungsverfahren und zur Definition einer baureihenspezifischen Kennlinie des spezifischen Anfahrwiderstandes enthält.
  2. Eine Tabellenkalkulation, mit der anhand weniger Eingabeparameter eine Kennlinie des spezifischen Anfahrwiderstandes erzeugt werden kann.

Die Regelgrenzlasten beziehen sich grundsätzlich auf einen gemischt zusammengesetzten Güterzug (leere und beladene Wagen verschiedener Bauarten).

Die Regelgrenzlasten werden in GretA veröffentlicht.

Reisezüge
Grenzlasten für Reisezüge finden in der Übersicht keine Berücksichtigung. Sie können auf Anfrage berechnet und besonders bekannt gegeben werden.

Sollen andere als die den veröffentlichten Regelgrenzlasten zugrunde gelegten Parameter herangezogen oder mit bestimmten Zügen höhere als die veröffentlichten Regelgrenzlasten befördert werden, so kann hierzu eine Einzelgrenzlastberechnung beauftragt werden.

Genügt für den Sonderfall die Aussagefähigkeit der Regelgrenzlasten nicht, so besteht die Möglichkeit, eine Einzelgrenzlastberechnung (EGB) zu beantragen. Dies ist insbesondere dann erforderlich, wenn

  • Triebfahrzeuge eingesetzt werden sollen, welche betrieblich als Nebenfahrzeuge einzuordnen sind
  • die Beförderung großer Wagenzugmassen erforderlich ist (Wunschlast)
  • die Grenzlastberechnung unter der Bedingung spezieller Bespannungsvarianten erfolgen soll
  • andere Gründe oder eine Kombination der genannten Fälle Einzelgrenzlastberechnungen erfordern.

Die Gewährung einer gesicherten Durchfahrt richtet sich nach Ziffer 4.7.3.1 der SNB / NBN. Demnach ist ein wesentliches Kriterium der Auslastungsgrad der betroffenen Strecke.

Eine tabellarische Übersicht der nach Ziffer 4.7.3.1 der SNB / NBN maßgeblichen Auslastungsgrade erhalten Sie unter dem nebenstehendem Download.

Hinweis: Die Tabelle der Auslastungswerte enthält mit NBN 2022 nur noch die Streckenabschnitte mit ÜLS und Auslastung über 35,0%. Nicht aufgeführte Streckenabschnitte haben eine Auslastung von bis zu 35,0%.

GretA ersetzt über 2.000 Einzeldokumente mit rund 7.700 PDF-Seiten des Regelwerks 491 und trägt als ein Projekt der Initiative "Einfachbahn", die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Nutzung des Verkehrssystems Schiene für die Kunden so unkompliziert wie möglich zu machen, dadurch entscheidend zu einer Komplexitäts- und Aufwandsreduzierung bei.

GretA bietet Ihnen neben der Abfrage der Regelgrenzlast auch die Möglichkeit, direkt eine Einzelgrenzlastberechnung aus dem System heraus zu bestellen. Alle für die Berechnung erforderlichen Parameter sowie unterschiedliche Bespannungsvarianten sind hinterlegt. Die Erstellung des Zuglaufwegs erfolgt über eine einfache Streckenauswahl-/Routingfunktion. Eine Triebfahrzeugdatenbank ist ebenfalls hinterlegt, so dass pro ausgewähltem Tfz alle zugehörigen Daten eingesehen werden können.

Die Regelgrenzlasten sind frei zugänglich. Die Beantragung einer Einzelgrenzlastberechnung ist jedoch nur nach vorheriger Anmeldung möglich.

Sie finden das Tool unter www.dbnetze.com/greta.


Sollte GretA einmal nicht zur Verfügung stehen oder möchten sie die Regelgrenzlasten in ihren eigenen Systemen vorhalten, so können sie die aktuellen Daten über den nebenstehenden Download abrufen.

Bitte beachten sie die Rechenregeln zur Ermittlung der Regelgrenzlasten.