Deutsche Bahn

Regionalnetze im Regionalbereich Mitte

Ein Takt macht Schule

Taktgeber und damit Herzstück des SPNV in der Mitte Westdeutschlands sind vier Regionalnetze rund um ihren Geschäftssitz in der hessischen Metropole Frankfurt am Main. Die Netze Eifel-Rhein-Mosel (ERM), Odenwald (ODW), Wetterau (WET) und Westerwald (WEW) verbinden Regionen und Ballungsräume in den Bundesländern Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Dabei durchstreifen sie so bekannte Flusstäler wie die von Ahr und Lahn und verlaufen über die Mittelgebirge von Odenwald, Eifel und Westerwald. Zwei der Netze werden als A-Netze mit eigener Instandhaltung geführt (ERM/ODW), eines als A/B-Netz (WET).

Der „Rheinland-Pfalz-Takt“ in den Regionalnetzen Mitte hat sich zu einem der erfolgreichsten Nahverkehrskonzepte der Bundesrepublik entwickelt: Angebote wurden gezielt aufeinander abgestimmt und erweitert, stillgelegte Strecken reaktiviert, Bahnhöfe modernisiert und Zugverbindungen an allen Tagen der Woche mindestens im Stunden- oder Zwei-Stunden-Takt eingerichtet. Regionalbahnen erschließen die Regionen des Landes, schnelle Regionalexpress-Züge verbinden sie untereinander.

Investitionsschwerpunkte liegen – wie bereits in den vergangenen Jahren – in der Realisierung von Geschwindigkeitsoptimierungen bei gleichzeitiger Sanierung von Brücken und Tunneln. Auf einigen Strecken im Regionalnetz Wetterau wurde nach entsprechender Modernisierung der bestellte Wochenendverkehr (wieder-) eingeführt. Mit einer Pünktlichkeit von über 96 Prozent ist die Betriebsqualität auf den ausschließlich mit Dieseltraktion betriebenen Strecken dieses Netzes vorbildlich.

Von besonderer Bedeutung, vor allem für Berufspendler, sind die Zubringerstrecken zu Bahnhöfen der Schnellfahrstrecke Köln – Rhein-Main zwischen der Domstadt und der Finanzmetropole Frankfurt. Kleinere, aber nicht weniger wichtige städtische Zentren wie Fulda, Gießen, die Bistumsstadt Limburg, Darmstadt oder die Römerstadt Trier sind über die Netze ebenfalls erschlossen.

Ehemals stillgelegt, wurde im Teilnetz Eifel auch der Güterverkehr wieder aufgenommen. Von Gerolstein aus werden dort zweimal wöchentlich Hackschnitzelganzzüge abgefahren. Im Regionalnetz Wetterau sind außerdem die Vulkanregion Vogelsberg und andere touristische Landstriche im Taunus und in der Rhön erschlossen. Und neben dem UNESCO-Welterbe „Oberes Mittelrheintal“ findet sich auch im und rund um das Regionalnetz Eifel-Rhein-Mosel ein vielfältiges touristisches Angebot.

Rund 495 Mitarbeiter leisten ihren täglichen Beitrag zum funktionierenden Schienenverkehr auf den 871 Gleiskilometern der 23 Strecken in den Regionen – und damit auch zur Kundenzufriedenheit von derzeit vier Eisenbahnverkehrsunternehmen.

Übrigens: Echte Eisenbahnfans finden mit der Steilstrecke Boppard – Emmelshausen und ihrer spektakulären Streckenführung ein besonderes Reiseziel. Und im Regionalnetz Odenwald überspannt das als „Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland“ ausgezeichnete Himbächel-Viadukt aus dem Jahr 1882 mit seinen zehn Halbkreis-Tonnengewölben von je 20 Metern Durchmesser das Himbacheltal.