Deutsche Bahn

Regionalnetze im Regionalbereich Nord

Im Takt zwischen Harz und den Meeren

Im Norden der Republik bilden die vier Regionalnetze rund um den Geschäftssitz Hannover die Lebensader der Regionen. Dort, wo große Teile des Landes flach sind und deshalb durch eine spezifische Infrastruktur auffallen, erschließen die Netze Nord-Ostsee (NOS), Harz-Weser (HWE), Elbe-Weser-Heide (EWH) und Oldenburg (OLD) den zum Teil ausgeprägt weiten, ländlichen Raum. Obwohl überwiegend in Schleswig-Holstein und Niedersachsen gelegen, erreichen kleine Streckenteile auch Thüringen im Südosten, Nordrhein-Westfalen im Westen und wenige Kilometer durchfahren Hessen im Süden des RB Nord. Im Regionalnetz Oldenburg besteht außerdem eine SPNV-Verbindung in die Niederlande.

Viele regionale Besonderheiten im Schienenpersonennahverkehr und Güterverkehr kennzeichnen die Regionalnetze Nord – so etwa eine den Schiffspassagen von Ozeanriesen dienende bewegliche Eisenbahnbrücke über die Ems (derzeit in Erneuerung). Die über diese Strecke verlaufende grenzüberschreitende Zugverbindung von Leer nach Nieuweschans etwa verbindet Ostfriesland mit seiner holländischen Nachbarregion Groningen im Zwei-Stunden-Takt. Oder der rege Transport von PKW auf der Strecke Stade-Cuxhaven zur anschließenden Verschiffung nach Übersee mit bis zu 18 Güterzügen täglich. Darüber hinaus entwickelt sich auch der Einzelwagenzulauf von Massengütern und Stahl zunehmend.

Die Infrastruktur im norddeutschen Flachland fordert einen hohen Planungs- und Instandhaltungsaufwand für Brücken, Durchlässe und Entwässerungssysteme. Außerdem präsentiert sich im gebirgigen Harzvorland das Harz-Weser-Netz mit anspruchsvollen Streckentrassierungen – und deren Herausforderungen. Neben Umbauten von Bahnhöfen, Gleiserneuerungen, neuen Gleisanschlüssen und Spurplananpassungen für die Erhöhung von Ein-und Ausfahrgeschwindigkeiten sowie neuen Anbindungen an Ballungszentren sind auch die sukzessiven Inbetriebnahmen von elektronischen Stellwerken (ESTW) in den vier Netzen Themen der Erhaltung und des Ausbaus der Infrastruktur. In den Jahren 2017 und 2018 wurden hier jeweils über 100 Million Euro investiert.

Für einen reibungslosen (Betriebs-) Ablauf auf den 48 Strecken und insgesamt 1688 Kilometern Betriebslänge sorgen die rund 520 Mitarbeiter der Geschäftseinheit. Sie stellen einerseits hochwertige Anbindungen an große Ballungsräume wie Hamburg, Bremen, Braunschweig oder Hannover sicher; andererseits liegen die Erschließung ländlicher Regionen zwischen Nord- und Ostsee an städtische Zentren wie Kiel, Lübeck und Flensburg oder rund um Oldenburg und Wilhelmshaven im Fokus ihrer Arbeit. Derzeit nutzen zehn Eisenbahnverkehrsunternehmen die Schienen der Geschäftseinheit und sieben ESTW sind bereits in Betrieb genommen.

Interessant auch zu wissen: In den Stadtstaaten Hamburg und Bremen verlaufen keine Regionalnetzanteile.