Deutsche Bahn

Regionalnetze im Regionalbereich Süd

Entlang der Alpen – und darüber hinaus

Der Freistaat Bayern. Hier schlägt das Herz des SPNV in den fünf Regionalnetzen Süd und streift dabei auch einen kleinen Teil Baden-Württembergs. Die mittelfränkische Großstadt Nürnberg ist Geschäftssitz der Netze Franken (FRA), Oberpfalz (OPF), Bayerwald (BYW), Karwendel (KAW) und Südbayern (SBY). Zwei der Netze, Karwendel und Oberpfalz, werden als A-Netze mit eigener Instandhaltung geführt.

Eine nicht nur abwechslungsreiche, sondern auch eisenbahntechnisch höchst anspruchsvolle Topografie kennzeichnet die Regionalnetze Süd: Sie reicht von Flachlandstrecken in Mittelfranken und dem nördlichen Allgäu über waldreiche Trassen in den mittleren Höhen des Bayerischen Waldes bis hin zu alpinen Strecken im südlichen Allgäu und im Karwendel.

Besonderheiten in den Regionalnetzen Süd sind auch die direkten Schienenverbindungen zu den tschechischen Bahnen am Grenzübergang Furth im Wald und Selb-Plößberg oder der Militärverkehr zu einem der größten Truppenübungsplätze Europas in der Oberpfalz. Übergänge nach Österreich in Griesen und Mittenwald und der Anschluss an das S-Bahn-Netz München markieren wichtige Punkte für den täglichen Pendelverkehr und den Tourismus im Alpenvorland. Außerdem sind Industriestandorte wie beispielsweise Wallersdorf und Dingolfing mit seinem Hauptwerk des Automobilherstellers BMW an den Schienengüterverkehr (SGV) angeschlossen. Zudem werden die Donauhäfen Deggendorf und Straubing bedient.

Elf ESTW-Z sind in den Regionalnetzen Süd bereits in Betrieb genommen worden, so auch die ESTW-Zentrale Weilheim. Bis ins Jahr 2022 wird jedes Jahr ein weiteres ESTW-A folgen. Mit dem Gesamtprojekt „ESTW Kochelseebahn“ läuft derzeit eine Maßnahme zur Modernisierung der Strecke Tutzing – Kochel im Karwendelnetz. Dort werden Glasfaserkabel längs der 36 Kilometer Strecke verlegt und die Stellwerkstechnik mit ESTW-Rechner-Schalthäusern in vier Bahnhöfen erneuert.  

Seit 2018 ist Coburg an die VDE-8-Strecke München - Berlin mit einem fahrplanmäßigen ICE-Halt angebunden.

Die zum Teil so außergewöhnlichen 65 Strecken in den Regionalnetzen Süd verlaufen auf insgesamt 1.749 Kilometern, die derzeit von 31 EVU als Kunden genutzt werden. Für das Gelingen auf der Schiene und um sie herum sorgen rund 700 Mitarbeiter. Die fünf Regionalnetze verbinden bekannte bayerische Städte wie Regensburg, Bayreuth oder Landshut, Coburg, Nürnberg und Fürth sowie Garmisch-Patenkirchen mit dem ländlichen Raum.

Übrigens: Dem 140 Jahre alten Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein im Regionalnetz Bayerwald (an der Grenze zur Tschechischen Republik) wurde unlängst die Auszeichnung „Bahnhof des Jahres“ 2017 verliehen.