Deutsche Bahn

Regionalnetze im Regionalbereich Südost

Drei Sprachen im Stellwerk

Die Regionalnetze Südost bilden mit 4 Netzen das Herzstück eines leistungsstarken SPNV und anteiligen Schienengüterverkehr im ländlichen Raum Mitteldeutschlands. Die sächsische Kulturmetropole Leipzig ist Geschäftssitz des Regionalbereichs Südost mit den Regionalnetzen Elbe-Saale (ESA), Thüringer Becken-Südthüringen (TST), Ostsachsen (OTS) und Mittelsachsen (MSN), deren Strecken in den Bundesländern Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen verlaufen. Die Netze Elbe-Saale und Thüringer Becken-Südthüringen werden zu Teilen als A-Netze mit eigener Instandhaltung geführt.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Regionalnetze Südost sorgen dafür, dass immer mehr Menschen und Unternehmen das System Eisenbahn in der Fläche nutzen. So wurden mit größtem Engagement und einem jährlichen finanziellen Aufwand im zweistelligen Millionenumfang die Anlagen der vier Regionalnetze in den vergangenen Jahren saniert, modernisiert und rationalisiert. Bislang wurden dort insgesamt 13 ESTW-Z in Betrieb genommen. Beispielhaft dafür ist etwa das elektronische Stellwerk Muldental, das auf der Strecke Borsdorf – Döbeln zwölf alte mechanische Stellwerke entbehrlich machte. Gesteuert wird nun aus der regionalen Bedienzentrale (RBZ) in Geithain.

Wichtiges Projekt (im Regionalnetz Ostsachsen) war und ist die Modernisierung der Strecke Bischofswerda-Zittau. Die Strecke verbindet die Oberlausitz sowie den Großraum Liberec in Nordwestböhmen (Tschechien) mit der sächsischen Landeshauptstadt Dresden. Im Dreiländereck zu Polen und Tschechien gehören drei Landessprachen zum guten Ton in den Stellwerken. Den derzeitigen Schwerpunkt bildet die Modernisierung des Bahnhofs Zittau. Hierbei erfolgte u.a. der Neubau eines elektronischen Stellwerks, so dass auch dieser Bahnhof aus der RBZ Bischofswerda gesteuert werden kann. Als weiterer Höhepunkt im grenzüberschreitenden Verkehr zwischen Deutschland und Tschechien ist die Wiederinbetriebnahme der Strecke Sebnitz – Dolní Poustevna in 2014 zu nennen.

In Thüringen wird die Attraktivität des SPNV auf der Strecke Erfurt–Nordhausen durch die Verringerung der Reisezeit von gegenwärtig 82 Minuten auf ca. 60 Minuten mit einer teilweisen Geschwindigkeitserhöhung auf 120 km/h gesteigert. Der Fokus liegt zudem auf einer optimalen Anbindung an den Fernverkehrsknoten in Erfurt (VDE 8). Weiterhin werden in Meiningen, gelegen im südlichen Bereich des Regionalnetzes TST, drei Stellwerke mit Alttechnik durch ein ESTW ersetzt und dann aus der neuen RBZ Meiningen gesteuert.

Als Beispiel für eine Steigerung der Attraktivität des SPNV für unsere Kunden im Regionalnetz ESA stehen verschiedene qualitätserhöhende Maßnahmen auf der Strecke Leipzig – Zeitz, die unter anderem eine Verbesserung der Anschlüsse in Saalfeld nach Bayern zur Folge haben.

Der aktuelle Fokus der Regionalnetze Südost liegt neben der stetigen Modernisierung der Anlagen, insbesondere der Leit- und Sicherungstechnik, auf der Qualitätsverbesserung des Verkehrsträgers Schiene sowohl für die Kunden des Güterverkehrs als auch für die Fahrgäste des SPNV. Hervorzuheben sind hierbei die Maßnahmen zur Verbesserung der Anbindung der holzverarbeitenden Industrie im östlichen Thüringen sowie verschiedene Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung des SPNV z.B. im sachsen-anhaltinischen Unstruttal.

Ob in den bekannten Flusstälern von Elbe und Saale oder über die Mittelgebirge des Harzes, des Thüringer Waldes und des Vogtlandes oder durch die Sächsische Schweiz: Vielfältige topografische Besonderheiten prägen die Regionalnetze Südost. Sie verbinden die strukturschwächeren Gebiete mit dem Großraum Halle-Leipzig und der dort gelegenen S-Bahn Mitteldeutschland und mit den Städten Magdeburg, Erfurt, Chemnitz und Dresden. So wird einerseits die schnelle Anreise zu den Arbeitsplätzen in den Metropolen ermöglicht, andererseits werden zahlreiche Naherholungs- und Urlaubsregionen wie etwa das Sächsische Burgen- & Heideland oder das Erzgebirge erschlossen. Der Schienengüterverkehr auf den Regionalnetzen im Regionalbereich Südost bedient unter anderem den Steinbruch Großsteinberg sowie andere Standorte der Steinproduktion und der Holzveredelung.

Immer noch werden Jahr für Jahr alte Sicherungsanlagen an Bahnübergängen schrittweise erneuert und damit der Grundstein für kürzere Schließzeiten und erhöhte Sicherheit bei geringerer Beeinträchtigung des Straßenverkehrs gelegt. Mancherorts wird der integrale Taktfahrplan für die Schüler- und Berufsverkehre morgens und abends verdichtet.

Den effizienten Betrieb auf immerhin 63 Strecken und insgesamt 2.130 Streckenkilometern ermöglichen die rund 1.400 Mitarbeiter der Geschäftseinheit. Als Kunden fahren derzeit zwölf EVU im SPNV sowie zahlreiche Unternehmen im SGV auf den Strecken der Regionalnetze Südost.