Deutsche Bahn

Regionalnetze im Regionalbereich Südwest

Durch dichte Wälder und luftige Reben

Von der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz im Norden bis in die südlichsten Zipfel Badens bei Lörrach erstrecken sich die fünf Regionalnetze Südwest und streifen dabei das französische Elsass, den Rhein und die Schweiz im Süden. Östlich wird bei Ulm die Landesgrenze zu Bayern erreicht. Hier schlägt das Herz des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) mit grenzüberschreitenden Verbindungen auch in die Nachbarländer. Die Netze Rheinhessen-Weinstraße (RHW), Pfalz (PFZ), Freudenstädter Stern (FDS), Schwäbische Alb (SAB) und Südbaden (SBD) mit ihrem gemeinsamen Geschäftssitz in Karlsruhe verlaufen im Wesentlichen in Baden-Württemberg und im südlichen Rheinland-Pfalz.

Der Südwesten darf mit Fug und Recht als eine besonders bahnaffine Region bezeichnet werden. Das zeigt sich einerseits in der engen Zusammenarbeit mit den drei für die Organisation und Finanzierung des SPNV verantwortlichen sogenannten Aufgabenträgern.* Zu spüren ist es aber auch in der Zufriedenheit von acht Eisenbahnverkehrsunternehmen, welche unsere Schienen als Kunden der DB Netz AG befahren. Wir alle zusammen sorgen für einen gut funktionierenden Nahverkehr auch in den abgelegensten Flecken im Südwesten. Und bedienen dabei insgesamt immerhin 180 Bahnhöfe und 191 Haltepunkte. Unsere Schienen liegen inmitten außergewöhnlicher Topografien der verschiedenen Regionen – sei es die Schwäbische Alb, der Schwarzwald, der Pfälzerwald oder das Rheinhessische Tafel- und Hügelland.

Den Schwarzwald als eine der beliebtesten Urlaubsgegenden Deutschlands mit dichten Waldflächen, vielen Erhebungen und zahlreichen Flussläufe prägen auch die dadurch benötigten Viadukte, Brücken und Tunnel. Sie stellen hohe Ansprüche an die Infrastruktur. Unweit des beliebten Feldbergs etwa liegt der Bahnhof Bärental, mit einer Höhe von 967 Metern über dem Meeresspiegel der höchstgelegene Bahnhof Deutschlands an einer normalspurigen Strecke. Und mit der Pfalz, Rhein-Hessen, der Nahe, mit Baden und mit Württemberg sind nicht nur andere beliebte Urlaubsregionen in Deutschland erschlossen, sondern immerhin auch fünf der 13 deutschen Weinanbaugebiete.

Mit einem Investitionsvolumen im dreistelligen Millionenbereich wird ein Großprojekt in Südbaden realisiert: die Breisgau S-Bahn. Ursprung des Projektes waren erfolgreich durchgeführte Maßnahmen auf Pilotstrecken, die dazu führten, dass – beispielsweise auf der Breisacher Bahn – ein Fahrgastanstieg von etwa 400 Prozent zu verzeichnen war. In der Folge werden nun zugehörige Strecken ausgebaut und elektrifiziert, die Stationsinfrastruktur wird sukzessive modernisiert.  Ziel ist es, eines Tages einen Viertelstunden-Takt zu realisieren.
In den anderen baden-württembergischen Netzen sind Ballungsräume wie Karlsruhe, Tübingen und Ulm an das Umland angebunden. Und im erfolgreichem Takt fahren auch die Bahnen in Rheinland-Pfalz: Geradezu beispielhaft sind die verdichteten Verbindungen im Halb-Stunden-Takt in das Rhein-Neckar-Gebiet mit der dortigen S-Bahn, wichtig aber auch die Anbindung an Städte wie Kaiserslautern und den ländlichen Pfälzer Raum sowie das benachbarte Saarland. 

Rund 600 Mitarbeiter kümmern sich um die 47 Strecken auf 1593 Gleiskilometern der Regionalnetze Südwest. Bauwerke von überregionaler Bedeutung wie das Weltkulturerbe des Kaiserdoms zu Speyer, das Hambacher Schloss oder die Burg Hohenzollern machen die Strecken auch für den Ausflugsverkehr interessant.

*Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd (ZSPNV Süd), Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW), Verband Region Stuttgart (VRS)