Deutsche Bahn
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Arbeiten im Gleisbereich

Die DB Netz AG ist für ein Schienennetz von rund 33.000 Kilometern verantwortlich. Zur Modernisierung und Instandhaltung finden jeden Tag zahlreiche Arbeiten im Gleisbereich statt. Dabei hat die Sicherheit eine hohe Priorität.

Der Gleisbereich umfasst  den von Schienenfahrzeugen eingenommenen Raum sowie den Raum neben, unter oder über den Gleisen mitsamt der Oberleitung. Wenn sich bei der Arbeit an der Infrastruktur Personen im Gleisbereich befinden oder unbeabsichtigt in diesen hineingeraten könnten, gelten zur Gewährleistung der Sicherheit besondere Regeln der Unfallversicherungsträger. Wesentliche Regelungen und Sicherungsmaßnahmen für Gleisarbeiten finden sich in der DGUV Vorschrift 78 „Arbeiten im Bereich von Gleisen“).

Vor der Durchführung von Arbeiten im Gleisbereich muss ein Unternehmer zunächst prüfen, ob die Möglichkeit besteht, dass Personen – auch unbeabsichtigt - in den Gleisbereich hineingeraten könnten. Ist dies der Fall, müssen die Arbeiten ebenfalls der „für den Bahnbetrieb zuständigen Stelle (BzS)“ angezeigt werden. Die BzS der DB Netz AG legt die Sicherungsmaßnahmen für Gleisarbeiten fest, die dann von präqualifizierten Sicherungsunternehmen geplant und durchgeführt werden

Die Arbeiten dürfen erst nach der Umsetzung der von der BzS festgelegten Sicherungsmaßnahmen beginnen.


Sicherungsmaßnahmen

Im Wesentlichen gibt es folgende Sicherungsmaßnahmen:

  • Sperrung des Arbeitsgleises = räumliche und zeitliche Trennung von Mensch und Gefahr
  • Feste Absperrung = räumliche Trennung von Mensch und Gefahr
  • Automatische Warnsysteme = Warnung der Beschäftigten
  • Benachrichtigung von Arbeitsstellen auf der freien Strecke = Warnung der Beschäftigten
  • Sicherungsposten / Absperrposten = Warnung der Beschäftigten

Nähere Informationen finden Sie in der DGUV Regel 101-024 sowie der DGUV Information 201-048 und der Rahmenrichtlinie (RRil) 132.0118.


Bahntechnische Freigaben

Technische Systeme müssen vor ihrem Einsatz bahntechnisch freigegeben sein. Unter Dokumente und Formulare finden Sie eine Übersicht über die bahntechnischen Freigaben und weitere Dokumente und Formulare aus dem Bereich des Arbeitsschutzes.


Sicherungsverfahren bei Großbaumaschinen

Auch bei Gleisbaustellen müssen die steigenden Anforderungen an den Umweltschutz, hier im speziellen Fall den Lärmschutz, berücksichtigt werden. Jedoch darf deren Einhaltung nicht zu Lasten der Sicherheit der Beschäftigten gehen.

Eine große Aufgabe sehen wir als DB Netz AG in der Vermeidung von Lärm für die Anwohner. Um die Beschäftigten im Gleisbereich vor den Gefahren von Fahrten zu schützen, sind akustische Warnsignale mit Erinnerungsleuchten unvermeidbar. Es gilt jedoch die Belastung so gering wie möglich zu halten. So wurde uns von Anwohnern immer wieder Verständnis entgegengebracht, wenn diese sehen, dass an den Stellen, an denen wir Warnsignalgeber einsetzen, auch gearbeitet wird.

Um die Anzahl der Warnsignalgeber auf das notwendige Maß zu beschränken, wurde das FATWS-Verfahren entwickelt und eingeführt. Dieses Sicherungsverfahren kombiniert die Feste Absperrung und funkangesteuerte Automatische Warnsysteme. Die Hauptsicherungsmaßnahme dabei ist die lärmarme Feste Absperrung. Nur bei den Arbeiten, bei denen die Feste Absperrung hinderlich ist oder Beschäftigte sich dauerhaft im Gleisbereich des Nachbargleises (also im gefährlichen Bereich) aufhalten, müssen wir die Feste Absperrung abbauen und dafür automatische Warnsignalgeber zur Sicherung der Beschäftigten einsetzen. Dies trifft insbesondere im Bereich der Großbaumaschinen zu. Großbaumaschinen haben ein eigenes fest installiertes Automatisches Warnsystem. Die Festlegung der Warnsignalgeber erfolgte auf Grund durchgeführter Messungen durch die Berufsgenossenschaft.

Alle anderen Fahrzeuge, die nicht mit eigenem Automatischen Warnsystem ausgerüstet sind, werden mit zusätzlichen Warnsignalgebern ausgestattet. Diese werden, wie auch das Maschinenwarnsystem, durch die feldseitig aufgestellte Zentrale über Funk angesteuert. Zum Einsatz kommen nur Warnsignalgeber mit automatischer Pegelanpassung. Das bedeutet, dass sich der Warnsignalpegel an den Störschallpegel anpasst. Dabei muss berücksichtigt werden, dass das Warnsignal mit mindestens 3 dB(A) über dem Störschallpegel am Ohr des Beschäftigten ankommt. Nur so kann gewährleistet werden, dass der Beschäftigte das Warnsignal hört und darauf reagieren kann.

Um die Reaktion der Beschäftigten zu überwachen, werden zusätzlich an den Stellen, an denen mit ATWS gewarnt wird, sogenannte Überwachungsposten eingesetzt. Diese haben die Möglichkeit das Rottenwarnsignal Ro 3 „Arbeitsgleis schnellstens räumen“ abzugeben.

Durch das FATWS-Verfahren werden somit sowohl die Sicherheit der Beschäftigten auf der einen Seite, als auch der Lärmschutz für die Anwohner auf der anderen Seite berücksichtigt.