Deutsche Bahn

„Jeder Kilometer reaktiviertes Gleis ist aktiver Klimaschutz“

Klimawandel und ein wachsendes Verkehrsaufkommen führen dazu, dass die Schiene in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnt. Um die Erderwärmung zu begrenzen, ist unter anderem eine massive Verlagerung von Verkehr auf die klimafreundliche Schiene notwendig.

Dafür muss die Schiene noch mehr leisten: Bis 2030 sollen gemessen an 2018 doppelt so viele Fahrgäste mit dem Zug fahren. Im Güterverkehr soll der Marktanteil von heute 19 Prozent auf mindestens 25 Prozent steigen. Dabei trägt jede sinnvolle Reaktivierung zu einem attraktiveren Verkehrsangebot auf der Schiene bei. 


Oftmals haben stillgelegte Strecken Potenzial sowohl für den Personen- als auch für den Güterverkehr. Denn mit ihrer Reaktivierung lassen sich insbesondere Mittelzentren, im ländlichen Raum, wieder in das vorhandene Schienennetz anbinden. Das unterstützt das Konzept des „Deutschlandtaktes“.


Portfolio

Im Rahmen des Konzepts für einen deutschlandweit abgestimmten Taktfahrplan wird, hinsichtlich der hierzu notwendigen Infrastrukturmaßnahmen, auch die Reaktivierung von Strecken berücksichtigt.

(Quelle: I.NIP, auf Basis des dritten Gutachtenentwurfs Deutschlandtakt)


Wie geht Streckenreaktivierung?

Die Aufgabenträger in Zusammenspiel mit der jeweiligen Landesregierung sind die Auftraggeber bei Reaktivierung von Strecken.

Die DB unterstützt entlang des Reaktivierungsprozesses, insbesondere wenn die Strecke sich im DB Eigentum befindet.

Der Leitfaden des VDV zur Reaktivierung von Eisenbahnstrecken befasst sich ausführlich mit den Erfolgsfaktoren sowie der fachlichen Sicht von Streckenreaktivierungen.

Die betrachteten Strecken befinden sich in sehr unterschiedlicher Verfassung, einige erfüllen einen neuen Nutzen: teilweise wurden sie zu Rad- oder Wanderwegen umgebaut.



Pressekonferenzen, Interviews, Reportagen

Die DB stellte am 22.06.2021 ihre Pläne zur Reaktivierung von stillgelegten Schienenstrecken auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit den Branchenverbänden Allianz pro Schiene und dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) in Berlin vor.

Die Presseinformation finden Sie hier.

Im einem Interview erklären Klaus-Martin Feder und Felix Krüll vom Projekt Streckenreaktivierung sowie Dr. Felix Jancke, Leiter Infrastruktur- und Bundesverkehrswegeplanung der DB Netz AG, wie die Taskforce Reaktivierung bei der Analyse der stillgelegten Strecken vorgegangen ist und wie die ersten Strecken, in Abstimmung mit den Bundesländern und Aufgabenträgern, ausgewählt wurden.

Das Interview finden Sie hier.

(Quelle: Interview DB Planet)

Im Jahr 2021 hat sich die DB in einem ersten deutschlandweiten Streckenportfolio zur Reaktivierung von 20 Strecken bekannt. An manchen wird schon gebaut, andere befinden sich in der Planung bzw. noch in der Ideen-/Konzeptphase. 

Zum Fahrplanwechsel 12/2022 wird nun der erste bereits reaktivierte Streckenabschnitt (Lückenschluss) für den Schienenverkehr freigegeben.

Die Reportage finden Sie hier.


Historie

Methodik, Auswahlprozess und Projektverteilung auf Karte

Historie Taskforce  PDF | 184.7 KB


Übersicht: Deutschlandkarten, Portfolio-Matrix, 87er-Projektliste

Die DB „Taskforce Streckenreaktivierung“ hat rund 350 Vorschläge von Ländern, Verbänden und Initiativen aufgegriffen und einer ersten Bewertung unterzogen, darunter auch die Streckenvorschläge von VDV und Allianz pro Schiene.

Die systematische, strategische Erstbewertung erfolgte in einem mehrstufigen Verfahren, in dem rechtliche Aspekte (z.B. Widmung) und der Streckenzustand berücksichtigt sowie eine initiale verkehrliche, kostenseitige und politische Bewertung vorgenommen wurde. Ergibt sich daraus eine positive Bewertung, sind die Strecken aus Sicht der DB für die Reaktivierung grundsätzlich geeignet.

Karte 20er Portfolio

Streckenreaktivierung  PDF | 650.3 KB

In Abstimmung mit Ländern und Aufgabenträgern wurden im Jahr 2021 konkret die Reaktivierung von Verkehren auf 20 Strecken mit insgesamt rund 245 Kilometer Gleisen kommuniziert. Dieses Startpaket enthält größtenteils Strecken im Eigentum der DB. Diese Strecken befinden sich in sehr unterschiedlichen Phasen der Umsetzung – von ersten Ideen über Machbarkeitsstudien bis bereits in der Umsetzung. 

Weitere Strecken – auch für den Güterverkehr – sollen in den kommenden Jahren folgen. Dafür setzen wir unsere konstruktiven Gespräche mit Ländern und Aufgabenträgern fort, um gemeinsam zu reaktivieren, wo immer es Bedarf gibt.
Über dieses DB-Portfolio hinaus ist eine Vielzahl weiterer Reaktivierungen von Strecken nichtbundeseigener Eisenbahninfrastrukturunternehmen geplant bzw. in Umsetzung. Diese Strecken befinden sich nicht im DB-Eigentum, wobei die DB in vielen Fällen unterstützt.
 



Die Inhalte dieser Seite, wenn nicht anders angegeben, stammen aus der PK vom 22.06.2021.